Mit 49 neu anfangen #4: Warum ich mein Online-Business diesmal anders aufbaue
Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken, mir online etwas Eigenes aufzubauen. Ich habe gelesen, ausprobiert, verworfen, wieder angefangen und zwischendurch immer wieder gedacht: Diesmal müsste es doch eigentlich funktionieren. Ganz neu ist das Thema für mich also nicht. Neu ist eher die Art, wie ich heute damit umgehen möchte.
Früher war ein Online-Business für mich schnell mit der Vorstellung verbunden, möglichst viele Dinge gleichzeitig aufzubauen. Ein Blog, Affiliate-Marketing, Social Media, Produkte, vielleicht noch irgendein Kurs oder eine neue Plattform dazu. Alles wirkte wichtig, alles schien irgendwie zum Gesamtbild zu gehören, und genau dadurch wurde es oft viel zu viel.
Heute möchte ich mein Online-Business aufbauen, ohne wieder in dieses Muster zu geraten. Nicht schneller, nicht lauter und nicht mit möglichst vielen Baustellen, sondern klarer, realistischer und näher an dem, was ich tatsächlich langfristig machen möchte.
Ich habe schon oft gedacht, jetzt hätte ich den richtigen Weg gefunden
Wenn man sich lange mit Online-Business beschäftigt, begegnen einem unglaublich viele Modelle. Affiliate-Marketing, Blogging, digitale Produkte, Social Media, Coaching, E-Mail-Marketing, Memberships, Kurse, Printables, Dienstleistungen und noch einiges mehr. Fast jedes Modell klingt überzeugend, wenn man sich gerade intensiv damit beschäftigt.
Genau das war für mich lange das Problem. Ich konnte mich für vieles begeistern. Und sobald eine neue Möglichkeit spannend aussah, begann mein Kopf sofort damit, daraus den nächsten Plan zu bauen.
Das führte dazu, dass ich zwar viele Dinge kennengelernt habe, aber nicht immer lange genug bei einer Richtung geblieben bin. Heute sehe ich diese Jahre trotzdem nicht als verlorene Zeit. Sie haben mir gezeigt, was ich nicht möchte, was mich wirklich interessiert und welche Art von Arbeit mir deutlich besser liegt als andere.
Ich weiß zum Beispiel inzwischen, dass ich gern schreibe, entwickle, strukturiere und Dinge gestalte. Ich kann mich stundenlang in eine Website, einen Beitrag, ein Produkt oder eine Idee vertiefen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich kein Geschäftsmodell möchte, bei dem mein Alltag hauptsächlich aus Calls, Verkaufsgesprächen oder ständigem direkten Kontakt besteht.
Diese Erkenntnis verändert ziemlich viel.
Mein Online-Business soll zu mir passen – nicht umgekehrt
Früher hätte ich wahrscheinlich stärker gefragt: Welches Geschäftsmodell funktioniert? Heute frage ich zusätzlich: Welches Geschäftsmodell passt zu mir?
Das ist für mich inzwischen ein entscheidender Unterschied.
Nur weil ein Modell für andere funktioniert, heißt das nicht, dass ich meinen Alltag darauf ausrichten möchte. Ein Business kann wirtschaftlich sinnvoll sein und trotzdem nicht zu der Art passen, wie ich gern arbeite. Wenn ich mir etwas Eigenes aufbaue, möchte ich nicht am Ende genau in einer Arbeitsform landen, aus der ich eigentlich herauswollte.
Deshalb soll SAHAMA vor allem auf Dingen beruhen, die zu mir passen: Inhalte schreiben, Pinterest nutzen, einen Newsletter aufbauen und digitale Produkte entwickeln, die Menschen selbstständig verwenden können. Affiliate-Einnahmen dürfen ergänzend dazukommen, aber sie sollen nicht das Fundament sein.
Das fühlt sich für mich inzwischen deutlich stimmiger an als der Versuch, jedes mögliche Einnahmemodell gleichzeitig zu verfolgen.
Diesmal beginne ich nicht mit dem Geld
Natürlich möchte ich mit SAHAMA irgendwann Geld verdienen. Das gehört dazu. Ein Online-Business, das dauerhaft nur Kosten verursacht, wäre am Ende ein sehr zeitintensives Hobby.
Trotzdem möchte ich diesmal nicht mit der Frage beginnen: Was könnte ich möglichst schnell verkaufen? Ich möchte zuerst etwas aufbauen, das inhaltlich zusammenpasst und für die Menschen, die auf die Seite kommen, tatsächlich einen Nutzen hat.
Deshalb entstehen zuerst Beiträge, Werkzeuge und Orientierung. Danach sollen Produkte folgen, die logisch aus diesen Themen herauswachsen. Nicht irgendein Produkt, weil man „eben ein Produkt braucht“, sondern etwas, bei dem ich sagen kann: Das passt zu SAHAMA und löst ein Problem, das hier sowieso immer wieder auftaucht.
Diese Reihenfolge fühlt sich langsamer an. Gleichzeitig glaube ich, dass sie langfristig stabiler ist.
Ich möchte nicht mehr für jede Idee ein neues Projekt eröffnen
Das ist wahrscheinlich eine meiner größten Herausforderungen. Wenn ich eine gute Idee habe, möchte ich sie am liebsten sofort umsetzen. Und gute Ideen gibt es leider regelmäßig. 😅
Früher hätte ich vielleicht für jede neue Richtung eine neue Website, einen neuen Account oder zumindest eine neue große Baustelle eröffnet. Heute versuche ich, neue Ideen zuerst durch eine andere Frage zu schicken: Passt das zu SAHAMA oder lenkt es mich gerade nur ab?
Wenn es passt, darf die Idee bleiben. Aber sie muss trotzdem nicht sofort umgesetzt werden.
Wenn sie nicht passt, muss ich sie nicht zwanghaft irgendwo unterbringen.
Das klingt banal, ist für mich aber ein ziemlich großer Fortschritt. Denn ein klareres Business entsteht nicht nur durch die Dinge, die man macht. Es entsteht auch durch die Dinge, die man bewusst nicht macht.
Inhalte sind diesmal nicht nur „Content“
Ich möchte nicht einfach möglichst viele Blogartikel veröffentlichen, damit bei Google irgendwann mehr Seiten auftauchen. Jeder Beitrag soll einen Platz im Gesamtsystem haben.
Ein Artikel kann helfen, ein Problem besser zu verstehen. Von dort kann ein passendes Werkzeug weiterführen. Ein Werkzeug kann wiederum zeigen, wo der nächste sinnvolle Schritt liegt. Später kann daraus ein Freebie, ein Newsletter-Thema oder ein Produkt entstehen.
Genau diese Verbindung ist für mich wichtig.
Wenn jemand beispielsweise auf SAHAMA landet, weil er beruflich feststeckt, soll die Person nicht einfach nach einem Artikel wieder verschwinden müssen. Es soll eine nachvollziehbare Möglichkeit geben, weiterzugehen: vielleicht zum Berufs- & Arbeitskompass, zu einem passenden Beitrag oder zu einer anderen beruflichen Frage.
So möchte ich mein Online-Business aufbauen: nicht als Sammlung einzelner Inhalte, sondern als zusammenhängendes System.
Pinterest soll Menschen zu SAHAMA bringen – nicht mich beschäftigen
Auch Pinterest möchte ich diesmal anders nutzen. Nicht möglichst viel posten, weil man angeblich täglich eine bestimmte Anzahl Pins braucht, sondern gezielt Inhalte erstellen, die zu den Themen auf meiner Website führen.
Pinterest ist für mich kein eigenes Projekt neben SAHAMA. Es soll ein Weg zu SAHAMA sein.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied, verändert aber meine Planung. Ich brauche dort nicht ständig neue Themen, die mit meiner Website kaum etwas zu tun haben. Ich brauche Pins, die meine vorhandenen und neuen Beiträge sichtbar machen, Wiedererkennung schaffen und Menschen genau zu den Inhalten führen, die sie gerade suchen.
Damit bekommt Pinterest eine klare Aufgabe. Und wenn ein Kanal eine klare Aufgabe hat, muss ich nicht ständig überlegen, was ich dort „auch noch“ machen könnte.
Der Newsletter soll nicht einfach nur regelmäßig verschickt werden
Ähnlich sehe ich inzwischen den Newsletter. Ich möchte nicht jede Woche irgendeine Mail verschicken, nur damit der Newsletter „aktiv“ bleibt. Ich möchte, dass die Mails etwas weiterführen, vertiefen oder einen Gedanken aus dem Blog persönlicher machen.
Der Newsletter kann langfristig einer der wichtigsten Orte werden, weil ich dort nicht von einem Algorithmus abhängig bin. Aber auch hier gilt: lieber sinnvoll wachsen als nur möglichst schnell eine große Liste sammeln.
Ich möchte Menschen nicht mit zehn E-Mails in eine Verkaufsschleife schicken, nur weil irgendein Marketingkurs sagt, dass das besonders gut konvertiert. Natürlich darf und soll der Newsletter später auch Produkte vorstellen. Aber ich möchte, dass es sich weiterhin nach SAHAMA anfühlt.
Produkte sollen aus echten Themen entstehen
Das ist wahrscheinlich der Punkt, auf den ich mich gerade am meisten freue.
Digitale Produkte passen sehr gut zu der Art, wie ich arbeiten möchte. Ich kann schreiben, strukturieren, gestalten und etwas entwickeln, das Menschen in ihrem eigenen Tempo nutzen können. Gleichzeitig ist es ein Modell, das nicht davon abhängt, dass ich für jede einzelne Einnahme meine Zeit erneut verkaufe.
Aber auch hier möchte ich nicht wieder den Fehler machen, sofort zehn Produkte anzulegen.
Der Plan ist klarer: erst ein kostenloser Einstieg, dann ein Produkt im mittleren Bereich und später ein größeres Gesamtpaket. Die Produkte sollen miteinander zusammenhängen und aufeinander aufbauen.
Ich möchte also nicht einfach ein PDF nach dem anderen produzieren. Ich möchte verstehen, welche Fragen Menschen wirklich haben und welche Art von Unterstützung ihnen dabei hilft, selbst weiterzukommen.
Ich will kein Business aufbauen, das mich irgendwann wieder einengt
Das ist für mich vielleicht der wichtigste Satz dieses Beitrags.
Wenn ich schon etwas Eigenes aufbaue, möchte ich nicht irgendwann feststellen, dass ich mir damit eine neue Form von Pflicht geschaffen habe, die überhaupt nicht zu mir passt.
Natürlich wird auch ein eigenes Business nicht immer Spaß machen. Es gibt technische Dinge, Buchhaltung, Organisation, Fehler, langsame Phasen und Aufgaben, auf die man keine Lust hat. Ich erwarte kein permanentes Freiheitsgefühl.
Aber die grundlegende Arbeitsweise soll passen.
Ich möchte schriftlich arbeiten können. Ich möchte viel eigenständig entscheiden. Ich möchte kreativ und strukturiert arbeiten. Ich möchte nicht davon abhängig sein, jeden Tag sichtbar vor einer Kamera zu stehen oder ständig mit fremden Menschen telefonieren zu müssen.
Das sind keine Nebensachen mehr. Sie gehören für mich zum Geschäftsmodell.
Erfolg soll diesmal nicht nur „mehr“ bedeuten
Auch meine Vorstellung von Erfolg hat sich verändert.
Natürlich möchte ich irgendwann Einnahmen sehen. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn SAHAMA wächst. Aber ich möchte Erfolg nicht nur daran messen, ob möglichst schnell möglichst viel passiert.
Erfolg bedeutet für mich inzwischen auch, dass ich nicht nach drei Monaten wieder alles umwerfe. Dass ich etwas fertigstelle. Dass Menschen die Inhalte nutzen. Dass ein Produkt gekauft wird, weil es wirklich gebraucht wird. Dass der Newsletter langsam wächst. Dass ich merke: Da entsteht etwas.
Vielleicht klingt das weniger spektakulär als die typischen Online-Business-Geschichten. Für mich fühlt es sich aber wesentlich realistischer an.
Was ich diesmal konkret anders mache
Wenn ich die Unterschiede zu meinen früheren Versuchen zusammenfasse, sind es eigentlich fünf Dinge:
- Ein Projekt statt ständig neue Projekte. SAHAMA ist der Mittelpunkt.
- Wenige klare Kanäle. Blog, Pinterest und Newsletter bekommen jeweils eine feste Aufgabe.
- Produkte mit Zusammenhang. Nicht alles gleichzeitig, sondern eine nachvollziehbare Produktwelt.
- Ein Geschäftsmodell, das zu meiner Art zu arbeiten passt. Möglichst wenig Abhängigkeit von Calls und ständiger persönlicher Verfügbarkeit.
- Zeit geben. Nicht nach wenigen Wochen entscheiden, dass etwas „nicht funktioniert“.
Das klingt erstaunlich einfach. Die eigentliche Herausforderung wird wahrscheinlich darin liegen, mich auch daran zu halten, wenn wieder irgendwo eine spannende neue Möglichkeit auftaucht. 😅
Online-Business aufbauen heißt für mich heute auch: auswählen
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass ein gutes Business nicht dadurch entsteht, dass man möglichst viele Dinge gleichzeitig kann und anbietet. Es entsteht dadurch, dass man auswählt.
Welche Menschen möchte ich erreichen? Welche Themen passen zu mir? Welche Probleme möchte ich bearbeiten? Welche Art von Produkten möchte ich entwickeln? Welche Plattformen brauche ich dafür wirklich?
Und genauso wichtig: Was lasse ich weg?
Diese Entscheidungen geben SAHAMA langsam eine Form.
In der Themenwelt „Eigene Möglichkeiten“ geht es genau darum: aus Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen realistische Möglichkeiten zu entwickeln, ohne sofort irgendeinem fertigen Businessmodell hinterherzulaufen.
Passend dazu ist auch der Beitrag „Was kann ich eigentlich aus dem machen, was ich kann und weiß?“.
Mein nächster Schritt
Mein nächster Schritt ist deshalb nicht, noch einen neuen Kanal aufzubauen oder die nächste große Idee zu starten. Ich möchte das weiterführen, was bereits begonnen ist: Beiträge veröffentlichen, Pinterest konsequent mit diesen Inhalten verbinden, den Newsletter wachsen lassen und die nächsten Produkte entwickeln.
Ich weiß nicht, welcher Teil davon später den größten Unterschied machen wird. Aber diesmal möchte ich mir überhaupt die Chance geben, es herauszufinden.
Vielleicht ist das für mich die größte Veränderung beim Online-Business aufbauen: Ich versuche nicht mehr, möglichst schnell überall zu sein. Ich versuche, an einem Ort etwas aufzubauen, das bleiben darf.
Wenn du meine Neustartreise von Anfang an verfolgen möchtest, findest du auf der Projektseite „Mit 49 beschlossen, mit 50 neu anzufangen“ die weiteren Beiträge dieser Reihe.